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Demenz

Eine Demenz-Erkrankung verändert den Alltag und das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen. Mit dem Fortschreiten der Krankheit verändern sich die Fähigkeiten, Verhaltensweisen und Einschränkungen der betroffenen Personen.
Diese Veränderungen gehen nicht selten mit einem Rückzug aus der Gemeinschaft einher.

Wahrgenommen zu werden, dabei sein zu können und geschätzt zu werden sind wichtige Aspekte der Inklusion.
Gerade für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen sind diese Aspekte sehr wichtig, da sie immer wieder die Erfahrung des Ausgeschlossenseins machen.

Im Folgenden sind Ideen zusammengestellt, wie eine Gemeinde Teilhabe ermöglichen kann.

Demenz in Zahlen

Eine aktuelle Statistik zeigt, dass im Jahr 2018 rund 1,53 Millionen der über 65 Jahre alten Menschen in Deutschland an einer Demenz erkrankt waren.
Jährlich werden rund 300.000 Demenz-Neuerkrankungen diagnostiziert.
Bis 2050 wird sich, bedingt durch eine immer älter werdenden Bevölkerung, die Zahl der an Demenz erkrankten Menschen nahezu verdoppeln (Quelle: statista.com).

Umso wichtiger ist es und wird es werden, dass wir das Krankheitsbild verstehen und uns damit auseinandersetzten.

Ideen für eine demenzsensible Gemeinde

Wahrnehmung und Sensibilisierung

Die genaue Wahrnehmung und Sensibilität bezüglich Menschen mit Demenz sind Voraussetzungen für die nächsten Schritte.

  • Demenz wird in verschiedenen Gruppen zum Thema gemacht, z.B. beim Seniorenkreis oder im Kirchenchor. Sinnvoll ist es, neben dem Erfahrungsaustausch auch Informationen über Demenz zu geben, damit Menschen mit Demenz besser verstanden werden (vgl. nächster Punkt).

Demenz - Was ist das?

Demenz ist ein Muster von Symptomen, welches viele unterschiedliche Ursachen haben kann. Demenz-Patient*innen leiden insbesondere unter einer Verschlechterung der geistigen (kognitiven) Fähigkeiten. Einige Fähigkeiten werden durch eine Demenz so eingeschränkt, dass gewohnte Alltagstätigkeiten nicht mehr wie früher ausgeübt werden können. Häufig verändert eine Demenz bei erkrankten Personen auch ihr Sozialverhalten sowie die Persönlichkeit. Die Ausprägung einer Demenz kann ganz unterschiedlich sein und bis hin zum völligen Verlust der Selbständigkeit führen.

(vgl. Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. (Hrsg.). (2019). Demenz. Das Wichtigste. Ein kompakter Ratgeber, Berlin)

Informationen über Demenz

Informationen helfen, sich im Umgang mit Menschen mit Demenz sicherer zu fühlen und die Begegnungen hilfreich zu gestalten.

  • Die Gemeinde organisiert zusammen mit anderen Akteuren der Altenhilfe einen Vortrag zum Thema Demenz.
  • Filmabend: Nach dem gemeinsamen Anschauen eines Filmes zum Thema Demenz besteht die Möglichkeit zum Austausch und zur Information. Filme zum Thema Demenz finden Sie unten.
  • In der örtlichen (katholischen) Bücherei gibt es Bücher über Demenz für all diejenigen, die gerne ein Buch lesen oder keinen Zugang zu digitalen Medien haben (Buchempfehlungen finden Sie unten).

Wertschätzende Haltung

Jeder Mensch – egal ob mit oder ohne Demenz – ist von Gott gewollt und besitzt eine unverfügbare Würde. Wertschätzung beginnt mit der inneren Einstellung und findet ihren Ausdruck im Verhalten. Daher zunächst ein paar Ideen zur Haltung:

In den Gremien und Gruppen der Gemeinde wird immer wieder die eigene Haltung hinterfragt, z.B.:

  • Wie reden wir über Menschen mit Demenz? Sprechen wir von Verwirrten, Dementen oder von Menschen mit Demenz?
  • Wo sprechen wir mit Menschen mit Demenz (anstatt über sie)?
  • Inwiefern fragen wir nach dem, was Menschen mit Demenz wollen und brauchen?
  • Inwiefern sind sie bei der Gestaltung von Angeboten einbezogen?
  • Worauf konzentriert sich der Blick? Eher auf die Defizite oder eher auf die Ressourcen?

 

  • Bei Bedarf gibt es besondere Angebote für Menschen mit Demenz, z.B. eine Singgruppe, einen Gottesdienst.

Begegnung und Teilhabe

Nicht selten ziehen sich Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen zurück. Deshalb ist es umso wichtiger, bei einer Atmosphäre der Gastfreundschaft Begegnungs- und Teilhabemöglichkeiten zu schaffen.

  • Ob sich Menschen mit Demenz wohl fühlen, hängt wesentlich von der Beziehung zu und der Kommunikation mit den Menschen ab, mit denen sie zusammen sind. Wenn Sie hier klicken, finden Sie „11 Tipps zur besseren Verständigung mit Menschen mit Demenz“ der Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg.
  • Bei Veranstaltungen und Gottesdiensten auf eine einfache Sprache, eine gute Artikulation und eine gute Akustik achten.

Unterstützungsangebote

Bereitstellung von Informationen, Räumen, Angeboten und Vernetzung:

  • „Pat*innen für Demenz“ schenken Zeit und unterstützen Betroffene und ihre Angehörigen indem sie z.B. mit Menschen mit Demenz einen Spaziergang machen, einem Hobby nachgehen, Begleitdienste übernehmen usw.
  • Vernetzung und Kooperation mit anderen Akteuren, die Angebote für Menschen mit Demenz machen.

Literatur- und Filmempfehlungen

Um sich mit dem Thema Demenz auseinanderzusetzen finden Sie in den folgenden Abschnitten einige Literatur- und Filmempfehlungen.

Literaturempfehlungen mit allgemeinen Informationen zu Demenz

Mit den unten beschriebenen Literaturempfehlungen können Sie sich einen allgemeinen Überblick über Demenz verschaffen.

  • Deutscher Gehörlosen-Bund e.V.: Gehörlose Menschen und Demenz. Hinweise für Betroffene, Angehörige und Bezugspersonen. Erlangen, 2013. Der Flyer steht hier zum Download zur Verfügung.
  • Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Evangelische Gehörlosenseelsorge e.V.: Demenz bei gehörlosen Senioren - Eine Handreichung. Kassel, 2019. Die Handreichung steht hier zum Download zur Verfügung.

Literaturempfehlungen für die pastorale Arbeit

Die Literaturempfehlungen unten sind für die pastorale Arbeit geeignet.

  • Erzbistum Köln (Hg.): Demenz. Pastorale Reflexionen – ein Dialogbuch, Köln 2019

Filmempfehlungen zum Thema Demenz

Filme können gut als Grundlage dienen sich mit dem Thema Demenz auseinanderzusetzen. In dem Dokument unten finden Sie acht Filmempfehlungen, die auf unterschiedliche Weise für eine Sensibilisierung oder Auseinandersetzung mit dem Thema Demenz in Gruppen geeignet sind.

Die Filme können alle über das Medienportal der Evangelischen und Katholischen Medienzentrale ausgeliehen werden (Anmeldung erforderlich).